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Wie ein Stuhl laufen lernte …
Es war einmal ein Schweizer namens Fidel Peugeot, einer der „steckbrieflich“ meist gesuchten Font- und Interfacedesigner Europas, der nach seinem Studium des Kommunikations- und Schriftdesigns wie auch Film und Video von der Basler Schule für Gestaltung seine diplomierten „Entlassungspapiere“ ausgehändigt bekam und beschloss, das Land zu verlassen.
Sein Weg führte ihn nach Wien, wo er auf den Italiener Karl Emilio Pircher traf, der nach Jahren der Produktentwicklung unter der strengen Aufsicht von Ron Arad an der Universität für Angewandte Kunst endlich auch den heiß ersehnten Freibrief für ein Leben als Designer bekommen hatte.
Nachdem man sich gegenseitig als sympathisch befunden hatte – eine ähnliche Geschichte verbindet immer – ging man sogleich fröhlich ans Werk, um sich einen redlichen Namen als Kunstschaffende zu machen. Und dieser lautet nun seit dem Jahr 2002 Walking Chair.
Als man nun so zusammen arbeitete und die Gedanken kreisen ließ, formierten sich immer mehr verbindende Gemeinsamkeiten. Man ist sich einig geworden, dass Design benutzbare kreative Tools für die Menschen sein und die Form dem Inhalt folgen muss. Außerdem darf man als Designer überraschen, auch wenn man ein Freund der klaren Ideen ist, aber insbesondere, weil man das Tool Bewegung liebt.
Nachdem die grundsätzlichen Fragen von jeder der beiden Seiten mit lautem „Ja“ beantwortet werden konnten, war es Zeit an Nachwuchs zu denken, der nicht lange auf sich warten ließ: Die geistige Mutter Karl Emilio schenkte ihrem ersten Sohn das Leben, der natürlich auf den Namen „Walking Chair“ hört.
Ein von Hand geformtes Prachtexemplar, von dem es eben immer nur eines geben kann. (N.B.: Jeder dieser „gehenden“ Stühle ist ein Unikat!). Da ein großer Altersunterschied meist nicht gut tut, wurde noch im gleichen Jahr Mini Walking Chair geboren. Etwas später folgte dann Ping meets Pong, ein anstrengendes Kind mit starkem Spieltrieb, das aber auch ganz artig zu Tisch kommt. Und natürlich kamen bis dato noch ein paar andere dazu. Ein bevorzugtes Kind gibt es keines – sie lieben sie einfach alle!
Dass bei der Kreation heranwachsender Kinder nicht immer alles rund läuft, ist menschlich, aber dazu beziehen die beiden ganz klar Stellung: „Für den einen ist der Fehler ein Fehler, für den anderen genau das Richtige. Fehler sind die Zuckerl im Design. Lasst die Fehler endlich leben!“ Was die erfolgreichen Eltern in ihrem Designstudio sonst noch so treiben, ist rundum erfüllend und schlicht genial:
Das kreative Portfolio reicht sich vom Produktdesign bis zum Ausstellungskonzept. Und wer weiß, mit welchen Ideen sie derzeit wieder „schwanger“ sind. Wir dürfen weiter gespannt sein.
Barbara Jahn
der katalog 2005/2006
Produkte von Walking-Chair im das möbel

