ellips
Total Regal
Der Mensch ist in der Regel ein Wesen mit dem Bedürfnis nach Ordnung und Struktur. Eine zwar unbeweisbare Behauptung, deren Inhalt für die gesamte Menscheit zudem nicht lebensbedrohend und somit vernachlässigbar wird. Aber jener Teil der „Nicht-Messies“, der abseits von konventioneller Aufbewahrung in verschliessbaren Schränken, unsichtbaren Einbauregalen und Kistensystemen, die ohnehin irgendwo zwischen Dachboden und Kellerabteil staubend vor sich hinfristen, eine sichtbare Struktur als gestaltendes Raumelement sucht, findet diese in den Formen und Funktionen von ellips wieder.
Natalie und Andreas Lawrenz, die beiden Designer hinter dem Label mit Sitz im deutschen Bad Oeynhausen, sind immer „bestrebt, Funktionalität, Wertigkeit und eine damit verbundene Langlebigkeit in unseren Entwürfen zu verbinden.“
Schönes Aufbewahren war damals, irgendwann im Jahre 2001 herum, ihr Wunsch nach einem Regal ihrer Vorstellungen. Was nicht gefunden werden will, weil es vielleicht noch gar nicht existiert, mußte eben neu erfunden werden. Also wurzelt die Idee zu „Big Jim“, „Jive“ & nachfolgenden Modellen in jenen ersten Prototypen, die sich die Kreativen für ihren eigenen Lebens- und Wohnraum entworfen hatten. Heute stellt ellips jedes Modell selbst her, von der Planung bis zur Endfertigung.
Big Jim heisst nicht nur so, er ist ein ganz Großer. Gleich einer riesigen Blase, die sich aus der Wand wölbt, bietet das Regal aus Birke Multiplex in den Farbvarianten Cognac und Marone mit seinen zwei Metern Durchmesser massig Platz für Bücher, Zeitschriften, Ordner, Vynilplatten und der persönlichen CD/DVD-Sammlung. Das Prinzip ist denkbar einfach und orientiert sich neben dem effizienten Aufbau sicherlich auch an den menschlichen Spieltrieb. So besteht das runde Regal aus sechzehn Elementen, die per Stecksystem verbunden werden. Kein Bohren, kein Schrauben, kein Schmutz an Big Jim selbst– die Arretierung erfolgt ganz werkzeuglos durch Metallriegel.
Ein gewisses Maß an Grundgenauigkeit sollte vorhanden sein: Die Wandmontage beginnt mit den Längselementen, in die dann die Horizontalelemente nacheinander eingeschoben werden. Der kleine Bruder „Big Jim small“ benötigt um gut einen halben Meter weniger Platz und wurde bereits im Küchen- und Objektbereich gesichtet. Frei nach diesem Steckprinzip folgt das Standregal „Mellow“, das auch als Raumteiler Wohnbereiche strukturieren kann.
Und, was macht für Andreas Lawrenz ‚gutes Design’ aus? „ Design muß einfach gut funktionieren.“ Basta. So einfach ist es eigentlich …
Christian S. Sikora
der katalog 2005/2006
Produkte von ellips bei das möbel
