d:meise


Trickreicher Beton

Vom schillernden Lichtfaser-Globus in den Swarovski Kristallwelten bis zum durchsichtig eingegossenen und erstarrten „ice tree“ im MuseumsQuartier; von überdimensionalen Holzbausteinen als wandelbares Bühnenbild bis zu einem mit Abstell-Flächen durchbohrten Herz aus Lärche, Stahl und Glas: Daniel Meise legt sich nicht fest, reagiert auf die vielfachen Impulse seiner Umgebung – und setzt markante Zeichen.

 

Der gebürtige Wiener, der in Tirol aufgewachsen ist und als TU-Wirtschaftsingenieur für Maschinenbau einen handwerklichen Zugang zu Design hat, knüpft schnell Kontakte. Dementsprechend kann er auf die unterschiedlichsten Partner und Auftraggeber verweisen. Von Malern, Bildhauern und Architekten bis hin zu Institutionen (Haus der Musik, Haus der Künstler aus Gugging) oder Firmen aus Wirtschaft und Industrie (Messe- und Schauraum-Ausstattung). Auch bei den Materialien ist Meise für Überraschungen gut.

Seit vergangenem Jahr hat er ein Faible für Beton. Assoziiert der Laie damit bloß Arbeiten „am Bau“, so verwandelt sich die graue Substanz in Meises Händen zum trickreichen Werkstoff für ungewöhnliches Design. Sogar für Wohnungen.

 

„Beton und Möbel, das passt nur scheinbar nicht zusammen“, schmunzelt Meise. Das Sportzentrum in Graz aus Sichtbeton als optischer Anreiz und der Auftrag eines Freundes brachten den Stein ins Rollen. Mittlerweile formt Meise aus Glasfaser verstärktem Beton, einem Spezial-Beton, der schnell härtet und trotz geringer Dicke sehr stabil ist, Skulpturen, die sich vorrangig als Tische, aber auch als Hocker oder Ablagen verwenden lassen. Durch den Zusatz von Pigmenten variieren die Farben, gar nicht eintönig, von Weiß bis Schwarz. Geölt oder lackiert präsentiert sich der Beton steinern oder schimmert wie Metall. Und auch beim Gewicht täuscht man sich leicht. Meises monumentales Meisterstück „bone“ ist eine geschwungene T-Form mit nur acht bis zehn Millimetern Wandstärke und wiegt daher geradezu lächerliche 25 Kilo.

 

Karin Mück, freie Journalistin   

Produkte von Daniel Meise bei das möbel

 

daniel_meise