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Endgültigkeit ist etwas Schreckliches

Sie war eine eifrige Architekturstudentin bis zu dem Tag, an dem sie keine Lust mehr hatte, Architektin zu werden. Endlich war der Moment gekommen, an dem sich Katharina Prantner klar wurde, dass Architektur zwar etwas Wundervolles ist, aber für sie persönlich höchstens eine Art Ausgangsbasis darstellt, aus der sie Dinge weiterentwickeln könnte.

 

Und so war es auch: Zielstrebig brachte sie das Studium doch zu Ende und klinkte sich gleich danach in einem Möbeldesignstudio ein, wo sie zwei „Lehrjahre“ verbrachte. Um auch dem Handwerk die Ehre zu geben, entschloss sie sich sogar, eine Schlosserlehre zu absolvieren. Damit sie sich mit dem Werkzeug richtig anfreundet, wie sie sagt. Doch von Berührungsängsten mit Hammer, Bohrer und Akkuschrauber kann keine Rede sein. Bereits als Kind mit größeren und kleineren Baustellen im Haus ihrer Eltern und daher mit greifbarer Dreidimensionalität auf Augenhöhe, teilte sie schon immer die Leidenschaft ihres Vaters, ständig neue Räume entstehen zu lassen.

Endgültigkeit ist etwas Schreckliches für sie, und ganz besonders dann, wenn einem Raum nur noch übrig bleibt, die Wandfarbe zu wechseln. Den Wunsch nach Selbständigkeit hat sie bald realisiert, und heute präsentiert sie in ihrer eigenen Wiener Galerie NIN., was sie als Designerin drauf hat – vom Einzelmöbel bis zum vollständigen Konzept.

Katharina Prantner sieht sich ein bisschen wie eine Couturière. Sie will schöne Sachen machen, die dann perfekt zur jeweiligen Person passen, für die sie gemacht sind. Sie arbeitet nach eigener Definition mit so genannten halbfertigen Produkten, denen sie ein Edel-Finish verpasst. Eine Facette an ihrer Arbeit macht ihr besonderen Spaß: Sie lernt die Leute, für die sie arbeitet, von einer sehr persönlichen Seite kennen, und manchmal gelingt es ihr, diese Menschen in eine Richtung zu führen, die sie vorher nicht für möglich gehalten haben. Sie löst in ihren Kunden oft Impulse aus, sodass diese oft selbst über ihr eigenes Charisma überrascht sind. Besonderen Wert legt die junge Designerin auf soziale Verträglichkeit und Umweltfreundlichkeit. Und fängt damit gleich bei ihrem eigenen Designstudio an. Die gesamte Beleuchtung hat sie auf LED-System umgestellt. Auch bei ihren Entwürfen hält sie es so und arbeitet mit sehr Ressourcen schonenden Methoden und hochwertigen Materialien. Ein Möbelstück muss so gut sein, dass es vererbt werden kann, sagt sie und meint, dass es langlebig und von einem Aussehen sein soll, das sich niemals aufdrängt. Sie hat Recht: Das ist ein verantwortungsbewusster Denkansatz, der den Ambitionen und der Dynamik ihrer Arbeit und ihrer Person gerecht wird. Tja, das Mädchen mit den ständig wechselnden Kinderzimmern ist eben erwachsen geworden.

 

Barbara Jahn, Architektur- und Designjournalistin

Produkte von NIN bei das möbel

 

nin