mocca
Möbel-Erfahrung
Erich Gaffal und Stefan Bartel sind Mocca. In ihrem Linzer Studio tüfteln sie an Möbelgestaltung, Produkt- und Grafikdesign. Welcher Teil im Hirn auch immer für das Gefühlsressort Gemütlichkeit zuständig ist, genau ihn wollen die Möbelmacher von Mocca erreichen.
Auf den ersten Blick mag dies vielleicht nicht gelingen, da muss man sich schon ein wenig ins Mocca-Zeug hauen: sitzen, fühlen, wirken lassen und nochmals schauen. Man sollte den beiden Gestaltern den Gefallen tun, denn die Reduziertheit ihrer Entwürfe entpuppt sich so zu einer Art optischer Täuschung. Und das ist gut so, zu verwandt erscheint dem Duo aus Oberösterreich der Begriff Reduziertheit mit jenem der Langeweile. Lebendig sollen sie sein, ihre ganz eigene Formensprache sollen sie sprechen, weitab vom Kauderwelsch des immer redundanter werdenden Möbelmarktes.
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ellips
Total Regal
Der Mensch ist in der Regel ein Wesen mit dem Bedürfnis nach Ordnung und Struktur. Eine zwar unbeweisbare Behauptung, deren Inhalt für die gesamte Menscheit zudem nicht lebensbedrohend und somit vernachlässigbar wird. Aber jener Teil der „Nicht-Messies“, der abseits von konventioneller Aufbewahrung in verschliessbaren Schränken, unsichtbaren Einbauregalen und Kistensystemen, die ohnehin irgendwo zwischen Dachboden und Kellerabteil staubend vor sich hinfristen, eine sichtbare Struktur als gestaltendes Raumelement sucht, findet diese in den Formen und Funktionen von ellips wieder.
Natalie und Andreas Lawrenz, die beiden Designer hinter dem Label mit Sitz im deutschen Bad Oeynhausen, sind immer „bestrebt, Funktionalität, Wertigkeit und eine damit verbundene Langlebigkeit in unseren Entwürfen zu verbinden.“
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mm interier
Lümmeln erwünscht!
Es liegt ein malerisches Kurstädtchen namens Luhatschowitz (Luhacovice) in Südmähren, reizvoll eingebettet in das hügelige, bewaldete Vorland der Weissen Karpaten. Die Ortschaft blickt aber nicht nur auf eine jahrhundertealte Heilkurtradition zurück, sondern liegt gerade in jenem Eck der tschechischen Republik, das mit der traditionellen Fertigung von Bugholzmöbeln eng verbunden ist. Und genau hier, fernab von historischem Klischee mit nostalgischem Zuckerguss, gedeiht modernes Möbeldesign.
Eigentlich kann es Miroslav Manas, Absolvent der renommierten Holzfachschule in Bystrice, gar nicht hoch genug angerechnet werden, als er sich 1992 zur Gründung seiner Polstermöbelfirma mminterier entschloss. In einer Zeit kurz nach dem Fall jenes Vorhanges, der Mensch wie Land in Europa über vier Jahrzehnte geteilt hatte und deren Zukunft sich damals mehr als ungewiss präsentierte.
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werkraum bregenzerwald
Bodenständig abheben
Die Initiative „Werkraum Bregenzerwald“ schafft eine stille, aber sehr deutliche Formensprache, die weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus hörbar ist.
Tradition kann muffeln. Der Begriff wird gern gleichgesetzt mit Dirndl, Jodeln und der ganzen Denke dahinter. Tradition kann aber auch frisch daherkommen, Neues aus dem Guten des Alten wachsen lassen. Zum Beispiel im Werkraum Bregenzerwald. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von circa 80 Tischlern, Ofenbauern, jungen Designern, Teppicherzeugern und anderen Handwerksbetrieben. Vom Bregenzerwald aus schaffen sie es, der Globalisierung, der Massenproduktion und den Möbelhausriesen ein wohlgestaltetes Schnippchen zu schlagen, indem sie sich untereinander stärken, Synergien nutzen, selbständig bleiben und dabei die Zeichen der Zeit deuten, ohne sich von ihnen abzukehren. Und was noch viel schöner ist: Der Werkraum kreiert eine ganz wunderbare, eigene Formensprache, die auf sehr vorsichtige Weise mit dem Vokabular gestalterischer Tradition umgeht.
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LYNfabrikken
Vernetztes Design in Aarhus, Dänemark
Die Küche ist für viele Menschen nicht nur ein Ort an dem man isst und trinkt, sondern auch ein Treffpunkt, um Neuigkeiten auszutauschen, zu diskutieren und alles Mögliche zu besprechen. Diese „Küchensituation“ zu transformieren und öffentlich zu machen, war eine der Ausgangsideen für die Gründung der Plattform LYNfabrikken im Jahre 2002:
Ein Ort des zwanglosen Austauschs für junge DesignerInnen sollte geschaffen werden, ein Ort, der kreative Kommunikation fördert und zur Vernetzung innerhalb der Designszene beiträgt. Ein alter Industriebau wurde adaptiert, Designstudios ausgebaut und im Dachgeschoß ein Café mit einem Shop eingerichtet. Dort treffen GestalterInnen und KundInnen aufeinander, die ausgestellten Produkte können betrachtet und natürlich auch gekauft werden.
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lucy.d
Lucys Geheimnis
Hinter einem weiblichen Pseudonym stecken gleich zwei Designerinnen, die die österreichische und auch die internationale Designszene ordentlich aufmischen: Barbara Ambrosz und Karin Stiglmaier, einstige Schulkomilitonen, beschlossen 2003 – nach einiger separater Berufserfahrung – ihre Wege gemeinsam fortzusetzen und gründeten in Wien ein Designstudio unter dem Label Lucy.D. Es sollte sich als eine ihrer besten Entscheidungen herausstellen, denn die beiden Senkrechtstarterinnen eroberten die Designmetropole Mailand im Sturm und können bereits drei Jahre später auf eine ansehnliche Erfolgsbilanz zurückblicken.
Das Geheimnis ihrer Arbeit liegt in der Emotion, die sie in ihre Entwürfe hineinlegen, ebenso wie das Faktum, den Alltag genau und detailgetreu zu beobachten, um ihn schöner, um ihn besser zu gestalten. Begonnen hat alles mit der gläsernen Trinkschale Liquid Skin – eine Interpretation zweier Hände, die sich zu einem Wasserkelch öffnen – die heute im MOMA in New York steht und dort bewundert werden kann.
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